Archiv der Kategorie 'Städte'

Pessach, Hitze und Jericho

Einige Zeit ist vergangen seit dem letzten Eintrag auf diesem Blog. Natürlich ist auch einiges passiert, von dem ich hier nur ausschnitthaft berichten kann. In der Woche vor Ostern begann mit dem Sederabend das jüdische Passahfest (auf Hebräisch פסח = Pessach), mit dem dem Auszug aus Ägypten gedacht wird. (Nachzulesen in 2. – 5. Mose, speziell das Buch Exodus sowie die Hagaddah) Damit war die erste jüdische Diaspora beendet worden. Zur Erinnerung des Darbens in der Wüste, wo man kein Brot gehabt habe, wird in Israel alles kascher lepessach (כשר לפסח = koscher für Pessach) gemacht, das bedeutet, dass alle Produkte, die mit Hefe oder ähnlichem in Berührung gekommen sind, aus dem Haushalt entfernt werden. Bei grossen Einrichtungen wäre das nahezu unmöglich, sodass Universitäten etc. geschlossen bleiben. Desweiteren bedeutet kasher lepessach, dass es während der Pessachwoche kein Brot, Bier, Cornflakes etc. zu kaufen gibt (zumindest in Läden, die die strengen Vorschriften befolgen; arabische und russische Läden tun das tendenziell nicht). Als Ersatz für Brot gibt es mazza, eine Art Knäckebrot, welches aus dem speziellen Mazemehl gemacht wird und eigentlich nach nichts schmeckt. Besonders in Jerusalem werden die kashrut-Regeln für Pessach gewissenhaft eingehalten, weshalb meine Gäste aufgejubelt haben, als Pessach letzten Dienstag endlich vorbei war.
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Nachlese: Wochenendseminar in Jerusalem

Letztes Wochenende war es soweit: Nach fast fünf Monaten im Land (auf hebräisch sagt man immer „ba‘aretz“ = im Land), also in Israel, fand das zweite Seminar statt. Wieder im Jerusalem, wieder im althergebrachten Beit Ben Yehuda, wo wir bereits die ersten Wochen verbracht haben. Das Seminarprogramm las sich vielversprechend; es standen Workshops mit Israelis, ein Besuch der Knesset und ein Treffen mit Angela Merkel auf dem Programm. Einige Eindrücke.
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Ein grandioser Tag am See Genezareth

Nach meiner Reise nach Deutschland und zwei Wochenenden, die ohne viel Berichtenswertes verstrichen sind, stand am vergangenen Wochenende ein Trip in den Norden auf dem Programm. Tiberias hiess das Ziel, eine Stadt am Südufer des See Genezareth, einer der Haupttrinkwasserquellen Israels.


Der Ausblick von den unglaublich grünen Hügeln hinunter zum See

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انا كونت في حيفا

(Arabisch; Transkription: aná kúnt fii heefa; Übersetzung: Ich war in Haifa)

Haifa fehlte mir noch auf meiner „Die drei grössten Städte Israels besuchen“-Liste. Am Donnerstag konnte ich hinter die Buchstaben Chet, Iod, Pey, Hey – so wird Haifa auf Hebräisch geschrieben – ein Häkchen machen. Nach einem aufregenden Tag (Katharina – effektiv meine Chefin – besuchte mich in Rahat und redete ein ernstes Wörtchen mit Shahar Hadash, der Organisation, welche mein Projekt betreut, über die Finanzen; ich hielt die erste Stunde Deutschunterricht mit Überlebenden aus Tschernowitz und hatte mein Essen im Kühlschrank vergessen) sass ich mit gefühlten 1000 Soldaten und 200 Zivilpersonen im Zug Richtung Norden. Als ich in Haifa ankam, bin ich direkt eine Haltestelle zu spät ausgestiegen und musste noch eine dreiviertel Stunde an der Haltestelle bzw. im Bus sitzend verbringen, bis ich die Strasse, in welcher die Freiwilligen in Haifa wohnen, erreicht hatte. Bis ich ihre Wohnung tatsächlich betreten hatte, vergingen weitere 15 Minuten (das lag an der Unübersichtlichkeit der örtlichen Gegebenheiten).
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I‘m awesome.

Man kann ja nicht behaupten, dass so ein Freiwilliger immer nur arbeitet und nie spielt. Am Montag war wieder einmal eine Gelegenheit, das Gegenteil zu beweisen. Einige Mitglieder unserer Freiwilligengruppe haben eine Einladung zum Empfang mit dem Bundespräsidenten erhalten. Weil ich offensichtlich Eindruck auf eine Mitarbeiterin der deutschen Botschaft, die mich einmal in Rahat besucht hat, gemacht habe. Das habe ich über Umwege erfahren. ASF sollte eigentlich nur Freiwillige aus Jerusalem für den Empfang vorschlagen. Dann kam Frau X. und sagte: „Aber der nette junge Mann aus Beer Sheva sollte auch kommen.“ So bekam ich eines Tage folgende Zeilen zu lesen:
Meine Einladung zum Empfang mit dem Bundespräsidenten
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