Archiv der Kategorie 'Rahat'

Hammelkeule zum Frühstück

Heute war das islamische Opferfest, und ich war bei Chamiz, dem Direktor unserer Schule, eingeladen, um diesen feierlichen Anlass zu begehen. Da das Fest sehr früh morgens beginnt, habe ich sogar die Nacht in Rahat zugebracht. Nachdem mein Bus – dieselbe Linie, die mich jeden morgen zur Schule bringt – einen Reifenplatzer hatte und ich nach einigen Minuten Warten sowie Kommunikation mit Händen und Füssen endlich in Rahat angekommen war, gab es dann auch gleich etwas zu essen. Aufgetragen wurden كفتة (kufta, auch bekannt als Köfte), Salat, Hommus und Pitabrot. Gegessen wird bei Beduinen nur selten mit Besteck. Nur der Salat wurde von der sechsköpfigen Familie (was eine Kleinfamilie ist, in beduinischen Massstäben gemessen) mit der Gabel verzehrt. Die kufta wurde gegessen, indem man sich ein Stück vom Pitabrot abreisst, und dann versucht, mit der Hand etwas vom Fleisch zu greifen. Wer weiss, dass Köfte aus Hackfleisch gemacht wird, kann sich vorstellen, dass die Hände dabei nicht sauber bleiben. (mehr…)

Generalstreik

Aufgrund einer von israelischen Bulldozern zerstörten Moschee bin ich heute umsonst in die Schule gekommen. In ganz Rahat wurde ein Generalstreik ausgerufen, nachdem die Abrisstruppen (die rund 5000 Soldaten, Polizisten und Sanitäter umfassten) abgezogen waren. Statt Unterricht zu erteilen und Methoden zur Verbesserung desjenigen zu erarbeiten, sass ich im Lehrerzimmer herum und habe Klausuren korrigiert. (Die sind übrigens weitgehend zufriedenstellend ausgefallen.) Dazu habe ich mir Gedanken über die Umstände und Vorgehensweise gemacht. (mehr…)

Umbrüche

Nachdem ich vorübergehend in Jerusalem gelebt habe, um dort gleich zwei semitische Sprachen zu lernen, bin ich am 8. Oktober 2010 zum letzten Mal (zumindest bis September 2011) umgezogen. Mein Ziel hiess Beer Sheva, die so genannte Hauptstadt des Negev. Hier werde ich das nächste Jahr zusammen mit Amir, einem Amerikaner, der vor fast zwei Jahren nach Israel ausgewandert ist – das ist für Menschen jüdischer Herkunft kein Problem –, in der Rehov Bialik zusammenwohnen. Mein Zimmer ist nicht viel grösser als neun Quadratmeter. Ich habe zwar einen Riesenschrank, ansonsten ist mein Privatgemach aber eher bescheiden: Der Platz reicht aus, um eine Matratze und einen Schreibtisch inlusive Stuhl zu beherbergen. Es müssen noch einige Verbesserungen vorgenommen werden, aber es wird von Woche zu Woche ein bisschen gemütlicher. Nun habe ich bereits ein Poster von Bert Brecht an der Wand, mit der grösszügigen Leihgabe einer Mitfreiwilligen werde ich in den nächsten Tagen meine Wände noch ein wenig verschönern können.
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