Archiv der Kategorie 'Politik'

Yom Ha‘Azma‘ut & Yom Al-Nagba

Der Abend vom 9. auf den 10. Mai war der Übergang zweier wichtiger Tage in der israelischen Gesellschaft. Am neunten Mai wurde Yom Hasikaron, der Soldatengedenktag begangen. Es wurde, unter anderem mit zwei Sirenen, einmal am 8. Mai abends (weil die Tage nach jüdischem Kalender immer abends beginnen) sowie am 9. um 11 Uhr, den Gefallenen aus allen Auseinandersetzungen um den Staat Israel gedacht. Das schliesst auch die Gefallenen vor der Staatsgründung ein. Fast 23.000 Menschen sind bisher in Kriegen um das Land Israels gefallen. Darunter, das hat Shimon Peres bei seiner Rede auf der offiziellen Gedenkveranstaltung betont, auch Muslime, Christen und Drusen. Damit sollte ein Ausschluss der arabischen Gefallenen beim Gedenken widerlegt sein, als einen solchen man den ganzen Tag hätte deuteln können. Vom Abend an gab es kein „unterhaltendes“ Fernsehprogramm mehr, nur einen Film über die Geschichte der IDF (Israeli Defense Forces), ansonsten Kerzen und einen Namensliste, die den ganzen Tag alle drei Sekunden einen neuen Gefallen anzeigt. Laute Musik sowie jeglicher Spass war verpönt.
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I‘m awesome.

Man kann ja nicht behaupten, dass so ein Freiwilliger immer nur arbeitet und nie spielt. Am Montag war wieder einmal eine Gelegenheit, das Gegenteil zu beweisen. Einige Mitglieder unserer Freiwilligengruppe haben eine Einladung zum Empfang mit dem Bundespräsidenten erhalten. Weil ich offensichtlich Eindruck auf eine Mitarbeiterin der deutschen Botschaft, die mich einmal in Rahat besucht hat, gemacht habe. Das habe ich über Umwege erfahren. ASF sollte eigentlich nur Freiwillige aus Jerusalem für den Empfang vorschlagen. Dann kam Frau X. und sagte: „Aber der nette junge Mann aus Beer Sheva sollte auch kommen.“ So bekam ich eines Tage folgende Zeilen zu lesen:
Meine Einladung zum Empfang mit dem Bundespräsidenten
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Generalstreik

Aufgrund einer von israelischen Bulldozern zerstörten Moschee bin ich heute umsonst in die Schule gekommen. In ganz Rahat wurde ein Generalstreik ausgerufen, nachdem die Abrisstruppen (die rund 5000 Soldaten, Polizisten und Sanitäter umfassten) abgezogen waren. Statt Unterricht zu erteilen und Methoden zur Verbesserung desjenigen zu erarbeiten, sass ich im Lehrerzimmer herum und habe Klausuren korrigiert. (Die sind übrigens weitgehend zufriedenstellend ausgefallen.) Dazu habe ich mir Gedanken über die Umstände und Vorgehensweise gemacht. (mehr…)