אילת בשבת

(hebr. „Eilat beShabbat“, Übersetzung: Eilat am Sabbat)
Nachdem ich schon einmal in Eilat war, aber eigentlich nur als Zwischenstation auf dem Weg nach Jordanien (Artikel folgt), ging es dieses Wochenende dezidiert dorthin. Es herrschte eine Hitzewelle und ich wollte mit dem Chef und einem Kollegen die Stadt besuchen, um einen eigenen Eindruck der von ehemaligen Freiwilligen geäusserten Abneigung entgegenzusetzen.

Am Freitag um 12.30 Uhr machten wir uns von Beer Sheva aus auf den Weg nach Süden. Sonst sind Ziele in Israel einen Katzensprung voneinander entfernt, der Weg zum Roten Meer stellt jedoch schon einmal eine halbwegs nennenswerte Distanz dar: 250 km. Da die „Trans-Israel-Autobahn“ auch noch nicht fertiggestellt ist, braucht man für diese Strecke (mit Pause) dreieinhalb Stunden. Beim Ausstieg aus dem Bus wurden wir von einer Hitzewand empfangen. Daraufhin sprachen aufdringliche Menschen uns mehrfach an, ob wir nicht ein Zimmer bräuchten. Erst nach einer sehr bestimmten Absage liess man uns in Ruhe.

Wir begaben uns daraufhin zum Strand, um im Roten Meer abzukühlen. Das Wasser war tatsächlich angenehm kühl, sodass dieses Vorhaben auch gelang. Am Abend liefen wir einige Zeit die Strandpromenade entlang und machten uns einen Spass daraus, mit arroganter Miene und T-Shirt und Shorts die Preise für ein Zimmer im Hilton zu erfragen.

Da es aber nie in unserer Absicht war, dort wirklich zu logieren, legten wir uns auf Turm von aufgestapelten Liegen zur Nachtruhe. Das war auch solange bequem, bis der Aufsteller am nächsten Morgen erschien und uns verscheuchte. Daraufhin legten wir uns zuerst auf schon aufgestellte Liegen nieder, bevor wir ein zweites Mal vertrieben wurden und auf dem Volleyballplatz das letzte Drittel Schlaf zu uns nahmen.

Der folgende Tag war durch nichts als Trägheit geprägt. Drückende Hitze liess auch nicht viel Aktivität zu. So beschränkten wir uns darauf, im Schatten zu schwitzen und ab und zu im Wasser abzukühlen.

Nebenbei stellten wir fest, dass der Schabbes in dieser Touristenstadt nicht so streng eingehalten wird wie in den meisten anderen israelischen Städten. Tatsächlich waren die meisten Geschäfte offen und es herrschte das gleiche dekadente Treiben wie sonst auch. Da wir aber von der strengen Shabbatruhe und der daraus resultierenden Langeweile am Samstag eh die Nase voll haben, störte uns das weniger als dass es uns freute.

Nach einem ganzen Tag gepflegten Nichtstuens stieg ich abends um sieben in den Bus zurück nach Beer Sheva, wo ich halb elf eintraf.

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3 Antworten auf „אילת בשבת“


  1. 1 Rebecca 04. April 2011 um 9:01 Uhr

    Ja – und was sagst du jezt zu unserer „Abneigung“ (schon ein sehr hartes Wort im Übrigen….^^)

  2. 2 Christiane 05. April 2011 um 8:58 Uhr

    da hatten wir doch eine bequemere und ruhigere nacht. die preise vom hilton würde ich auch gerne wissen:)
    es hört sich gut an euer „nichts tun“ am strand.

  3. 3 bedouinteacher 04. Mai 2011 um 15:15 Uhr

    das hilton wollte ca. 1400 shekel für ein dreimannzimmer haben, was ich jetzt gar nicht soo teuer fand.

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