Alles gut

Ähnlich meinem Kollegen und Chef will ich die jüngsten Ereignisse zum Anlass nehmen, mich wieder mehr um mein (ziemlich vernachlässigtes) Blog zu kümmern.

Die Raketen auf Beer Sheva letzten Mittwoch (hier eine kurze Meldung dazu) haben mich nicht erwischt. Bis auf einen Verletzten haben sie auch keinen Schaden angerichtet. Es war dennoch eine der weniger tollen Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe, morgens um halb 6 vom Luftalarm geweckt zu werden und mich gemeinsam mit meiner Freundin Christiane und meinem Mitbewohner im begehbaren Kleiderschrank zu verstecken. Diesen haben wir nach den letzten Ereignissen von knapp vier Wochen zu unserem Schutzraum erklärt, weil die öffentlichen Bunker im Umkreis schwer innerhalb von 30 Sekunden zu erreichen und in einem Grossteil der Fälle abgesperrt sind. Unser Kleiderschrank hingegen ist bequem in einer halben Minute zu erreichen und ist überhaupt nicht abschliessbar. Zudem ist er von allen Seiten von mehr als zwei Mauern umgeben, was die Gefahr, von einer Rakete verletzt zu werden, ein wenig mindert (sowohl Qassam- als auch Gradraketen durchschlagen max. zwei Wände).

Nach dem der Alarm verstummte und der Knall zu hören war, gingen wir wieder ins Bett um ein paar unruhige Minuten Schlaf zu finden. Ich ging dann zur Arbeit. Als gegen zehn die zweite Rakete einschlug, wurde ich angerufen, ob Christiane denn allein in meiner Bude sässe. Ich bejahte, woraufhin innerhalb kürzester Zeit jemand kam, um sie zu sich in die Wohnung zu holen, wo sogar ein Schutzraum existierte. Ich beendete meinen Dienst pflichtgemäss und stiess so gegen drei dazu. Unterdessen wurde ich von mehreren ASF-Mitarbeitern angerufen und gefragt, ob alles in Ordnung sei. Ich konnte wahrheitsgemäss mit „ja“ antworten, woraufhin mir erklärt wurde, ich dürfe unter diesem Umständen Beer Sheva verlassen, wenn ich mich unsicher fühle. Da es die letzten Urlaubstage Christianes waren und die Situation unübersichtlich war, entschied ich mich dazu. Das erste Ziel war Jerusalem, als jedoch die NAchricht vom Anschlag dort zu mir drang (siehe hier), entschied ich mich für Tel Aviv. Dort verlebten Christiane und ich ein ruhiges Wochenende und sie ist sicher wieder in Deutschland gelandet.

Wie es nun weiter geht, ist unklar. Zwar blieb das Wochenende vergleichsweise ruhig (nur ein paar Raketen meist in offenes Gelände), jedoch steht die Antwort Israels noch aus. Letzten Mittwoch, als die grössten Vorfälle passierten, tage das Sicherheitskabinett ohne den Azma‘ut-Verteidigungsminister Barak. Der war ausser Landes. Gestern auf der Autobahn waren jedoch viele Schwertransporte, die Panzer in Richtung Süden transportierten, zu sehen. Ob das auf eine erneute Gaza-Offensive hinausläuft (vgl. Operation „Cast Lead“), bleibt abzuwarten.

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2 Antworten auf „Alles gut“


  1. 1 Der große Vorsitzende aka Chef 30. März 2011 um 0:05 Uhr

    Da haben wir aber den „großen Sprung“ gewagt…

  2. 2 bedouinteacher 30. März 2011 um 15:31 Uhr

    du hast es erfasst

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