Deutsches Reservat in Tel Aviv

Die Toten Hosen sind eine Band, die in Deutschland grosse Konzerthallen füllt. Noch letztes Jahr haben sie in der Kieler Ostseehalle vor 14.000 Zuschauern ein Konzert gegeben. Jetzt, 20 Jahre nach der Wiedervereinigung, setzen sie ein Zeichen ausserhalb Deutschlands.

Am 3. Oktober 2010, an dem Andere die Wiedervereinigung begossen, spielten die Toten Hosen Konzert im Tel Aviver Barby Club. Dimensionsmässig kein Vergleich zu den grossen Veranstaltungshallen in Deutschland. Ich schätze mal, es waren ungefähr 300 Leute da. Die Vorband – leider hab ich den Namen vergessen – hat schon Lust ab abhotten gemacht. Als die Hosen dann ca. 22.45 die Bühne betraten, gab es kein Halten mehr. Die Menge (wenn man sie denn als solche bezeichnen möchte) tobte und feierte gut zwei Stunden zu den Classics der Band. Die Ticketpreise waren mit 125 Shekel pro Karte ein bisschen unter dem Niveau der Preise in Deutschland. Zum Vergleich: Am Abend vorher gab die Band ein Konzert in Jordaniens Hauptstadt Amman, dort kostete der Eintritt drei Dinar – umgerechnet vier Euro.

Die Atmosphäre war sehr besonders, weil man einen exklusiven Rahmen hatte- so nah, wie an diesem Abend, würde man die Hosen nie wieder zu Gesicht bekommen. An manchen Stellen war Campino weniger als einen halben Meter von mir entfernt – dafür ist er mir beim stagediving auch auf den Nacken gesprungen, jetzt hab ich Schmerzen. Naja, ich habe auch zweimal Wasser und einmal Bier von der Bühne abgegriffen.
Campino hautnah

Schon bei der Ankunft am Club merkte man, dass mit dem Konzertabend der Barby Club eine deutsche Enklave sein würde – man hörte ausschliesslich deutsche Gesprächsfetzen. Dies ging sogar so weit, dass das Bier am Tresen auf Deutsch bestellt wurde – was meines Erachtens eine Anmassung ist, die deutschen Touristen jedoch leider eigen zu sein scheint. Ich habe viele Freiwillige, die wir beim „Kennenlernabend“ in der Erlöserkirche (Gruss an Johannes und Jan) getroffen haben.

Das Beste zum Schluss: Wir waren mit einem der führenden Freundeskreismitglieder von ASF in Israel beim Konzert. Der gute Mann hat die Karten bestellt und ist mit uns nach Tel Aviv und nach dem Konzert auch wieder nach Jerusalem gefahren. Knackpunkt der Geschichte? Sein Alter! Das beläuft sich nämlich auf 86.
Jakob Hirsch beim Konzert

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5 Antworten auf „Deutsches Reservat in Tel Aviv“


  1. 1 Christiane 04. Oktober 2010 um 18:53 Uhr

    wie cool ist er bitte??? mit 86 möchte ich auch noch so fit und unternehmungslustig sein :) war wohl ein gelungener abend, hört sich toll an.

  2. 2 Rebecca 04. Oktober 2010 um 20:40 Uhr

    Der Jakob……toll. ICH BIN NEIDISCH!

  3. 3 Dr. Ursula Schmolls 08. Oktober 2010 um 13:34 Uhr

    Hallo, Consti,
    ist schon ein tolles Erlebnis, so ein Konzert im fremden Land.
    Recht hat Christiane, wenn sie schreibt, mit 86 Jahren noch so toll drauf zu sein, ist ein echtes Geschenk.maßend zu sein scheinen.
    Schade, dass deutsche Touristen im Ausland oft anmaßend erscheinen. Aber ihr gebt den Beweis, dass nict alle Deutschen gleich sind:
    herzliche Grüße
    Deine Oma Uschi

  4. 4 Papa 16. Oktober 2010 um 13:01 Uhr

    Hallo Cons,

    das war ja sicher ein geiles Konzert, da wär ich gern dabei gewesen!
    Ich hoffe das wir auch noch zusammen zu einem Konzert gehen, wenn ich 86 bin.
    Ob da die Toten Hosen noch spielen, oder BAP?

    LG Papa

  5. 5 Kata 14. Oktober 2011 um 11:24 Uhr

    Hallo Consti, ich wäre dankbar, wenn du kurz Kontakt zu mir aufnehmen könntest. Bitte über meine angegebene Mailadresse.
    Es geht um das DTH Konzert in Tel Aviv.
    Vielen Dank und Grüße!
    Kata

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