Der akademische Grad rückt näher

Noch eine allgemeine Meldung zwischendurch. Ich habe gestern ganz routinemässig in LSF nach meinen Noten Ausschau gehalten (es standen noch die Bachelorarbeit und eine Hausarbeit aus). In hoffnungsfroher Erwartung wollte ich endlich die Note für meine Hausarbeit erfahren, die, wie die Dozentin per Email mitteilte, schon längst korrigiert und „gut und damit bestanden“ ist. Diese Note ist aber nach wie vor nicht online einsehbar. Stattdessen war eine Bewertung für meine Bachelorarbeit eingetragen. Damit hatte ich noch nicht gerechnet, da die Dozenten acht Wochen Zeit für die Korrektur haben. Das macht ab Abgabe, die ich am 9. August vollzogen habe, eine Frist bis 4. Oktober. Ich war einfach davon ausgegangen, dass Herr Meier und Herr Irsigler sich so viel Zeit wie möglich nehmen. Pustekuchen.

Ich klicke mich also so durch die ganzen Felder, Prüfungsverwaltung – Prüfungsergebnisse – Bachelor Deutsch/Englisch 31 – Sommersemester 2010. Gewohnheitsmässig scrolle ich gleich runter ins Feld, wo die zweite Hausarbeit im Modul 3-S-NDL (für alle Aussenstehenden: 3. Studienjahr, Spezialisierungsmodul Neuere deutsche Literaturwissenschaft) eingetragen werden soll. Dort steht nach wie vor, dass ich diese Prüfung angemeldet habe. Danke für die Info, das wusste ich bereits, zudem habe ich das schon mindestens 20-mal gelesen. Ich will den Tab schon schliessen, da fällt mir auf, dass der Vermerk AN (angemeldet) bei „Bachelorarbeit Deutsch“ fehlt. Stattdessen steht da eine Zahl.

Ich habe meine Bachelorarbeit zum Thema „Die Tagebuchkonzeption bei Clemens Meyer“ verfasst. Darin habe ich, ausgehend von einem Überblick über die deutschsprachige Tagebuchliteratur ab ca. 1600, Merkmale von Tagebüchern erarbeitet. Auf diese habe ich dann Clemens Meyers „Gewalten. Ein Tagebuch“ (mein Exemplar dieses Werkes stammt übrigens von der Leipziger Buchmesse – Danke Fischer-Messestand!) untersucht und dabei die Konzeption des Werkes erarbeitet. Wer an der Argumentation interessiert ist, möge mich kontaktieren. Ich werde mich noch einmal mit Prof. Dr. Meier in Verbindung setzen, ob es möglich ist, meine Arbeit umzuarbeiten, um sie in einer literaturwissenschaftlichen Zeitschrift zu veröffentlichen. Mal sehen, was dabei herauskommt.

Nun steht also bei LSF eine Zahl, bestehend aus einer Vor- und einer Nachkommastelle. Die Frucht von ca. 4 Monaten Recherche, Niederschrift und Revision. Man ist mit seinem Text nie 100-prozentig zufrieden, je näher der Abgabetermin rückt, umso mehr hat man das Gefühl, man müsse noch und nöcher überarbeiten. Ich habe bei der Abholung meiner beiden gebundenen Exemplare direkt auch nochmal zwei Formatierungsfehler und, was noch viel tiefgreifender ist, ein falsch nachgewiesenes Zitat gefunden. Nützte aber alles nichts mehr. Da ist nun diese Zahl.

Man darf nicht so viel auf die Ergebnisse in LSF geben. Sie werden immer als vorläufig ausgegeben und können sich unter Umständen noch ändern.

Ich weiss nicht, ob ich mir das bei der Zahl wünschen soll. Immerhin habe ich bald ein Zeugnis, welches mich als Bachelor of Arts bezeichnet. Aber die Note der Bachelorarbeit ist schon irgendwie wichtig, auch wenn sie nur einen geringen Anteil in der Gesamtnote ausmacht. Naja, nützt ja alles nichts mehr.

Die Zahl, die ich lese, lautet: 1,3.

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6 Antworten auf „Der akademische Grad rückt näher“


  1. 1 Christiane 22. September 2010 um 22:45 Uhr

    Wie schön:) das freut mich so für dich, also herzlichen Glückwunsch. Wir können das jetzt leider nicht zusammen feiern, aber ich hoffe, dass wir es im März nachholen. Küsse

  2. 2 Dr. Ursula Schmolls 23. September 2010 um 7:13 Uhr

    Hallo, lieber Cons,
    ich bin sehr stolz auf dich. Du solltest ganz schnell daran denken, deine Arbeit zu veröffentlichgen. Dazu brauchst du aber die Genehmigung deuines Prof.
    Herzlichen Glückwunsch!!!!
    Opa wäre stolz auf dich

    Gruß Oma

  3. 3 Petra & Alex &Dirk 26. September 2010 um 13:16 Uhr

    Mein lieber Junge,

    auch wenn ich dem Text Dinge entnehme, die vielleicht nicht dort stehen sollten, schließlich soll man ja nichts heraufbeschwören, finde ich es ganz ganz toll. Und mit solz geschwllter Brust kann ich behaupten: Ich habe sie gelesen und mein Sohn kann schreiben, wie ich nicht reden kann. Toll gemacht und die eine Arbeit kommt nun auch noch, vielleicht auch so gut.
    Alles Liebe von uns Dreien

  4. 4 Verena 04. Oktober 2010 um 19:20 Uhr

    Herzlichen Glueckwunsch und eine tiefe Verbeugung,
    offensichtlich wohl verdient.
    Viele Gruesse aus Leipzig
    Verena und Annemarie

  5. 5 Papa 16. Oktober 2010 um 12:52 Uhr

    Lieber Consti,

    leider konnte ich die Arbeit nicht lesen, aber ich freue mich sehr über das Ergebnis!
    Schön das du das Studium so „durchgezogen“ hast und deine Ziele erreicht hast.
    Jetzt wünsche ich dir viel Erfolg und Spaß bei deinen neuen spannenden Aufgaben.
    Es ist sehr schön hier etwas an deinem Leben teilzunehmen.
    Ich hoffe auf weitere interessante Berichte.

    Viele Grüße
    Papa

  6. 6 Anke Schikor 31. Oktober 2010 um 10:13 Uhr

    Lieber Const,

    ich bin begeistert. Noch habe ich mich nicht ganz auf den vielen Seiten die so viel interressantes über dein jetziges Leben erzählen durchgerarbeitet. Es zeigt mir aber; nicht alle Jugend ist dumm und wie ich leider im Schulalltag eines Gymnasiums erfahren muß undiszipliniert und einfach ohne Niveau.
    Es spornt mich an, weiter auch mit meinen Mädchen zu arbeiten. Gern werde ich von dir anderen Menschen, welche mir wichtig sind, erzählen. Laß es dir recht gut gehen in der weiten Ferne.
    Deine Familie kann sehr sehr stolz auf dich sein.
    Es grüßen dich aus Klietz Anke, Andreas, Stephanie und Juliane

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